Ökologischer Kaffeeanbau
Der Unterschied von konventioneller zu biologisch-ökologischer Bewirtschaftung im Kaffeeanbau am Beispiel Ecuador
Ökologisch-biologischer Anbau
In Ecuador wurde in bestimmten Gebieten immer schon aus wirtschaftlichen Gründen Kaffee biologisch angebaut. Erst seit ca. 6 Jahren jedoch werden die Fincas (Anbaufläche für Kaffee 2–5 ha) von EU-autorisierten und anerkannten Bio-Zertifizierungsstellen systematisch von konventionellem auf biologischen Anbau umgestellt und kontrolliert. Grundsätzlich wird auf einer biologisch zertifizierten Finca auf jeglichen Einsatz von chemischen Düngemitteln und Pestiziden gegen Schädlinge verzichtet.
Im Gegensatz zu konventionell geführten landwirtschaftlichen Betrieben wird bei der ökologischen Landwirtschaft keinerlei Chemie eingesetzt, es wird der gesamte Bewirtschaftungsorganismus der Finca in harmonischer Form nach den Prinzipien der ganzheitlich-organischen Organisationsform (öko) angepasst und eingegliedert.
Die Ernte bei ökologischem Kaffee erfolgt grundsätzlich von Hand. Ein einzelner Kaffeebusch wird während der Erntezeit innerhalb von bis zu fünf Monaten sieben Mal bepflückt. Zu unterschiedlich reif werden die tiefroten Kaffeekirschen, je nach Hang- und Höhenlage.
Der aktuelle Anforderungskatalog von ökologischem Kaffeeanbau sieht beispielsweise einen wesentlich größeren Mindestabstand zwischen den Kaffeepflanzen vor. Früher waren 1,5 bis 2 Meter traditionell üblich. Bei neuen Anpflanzungen werden jetzt mindestens 3 Meter vorgeschrieben. Zwischen den Kaffeesträuchern werden Schattenbäume angepflanzt. Die Kaffeesträucher sind somit während der wichtigen Reifezeit der Kaffeekirschen vor zu großer Sonneneinstrahlung geschützt, zusätzlich schützen diese Bäume in Hanglagen vor Verrodung und Erosion.
Ganz besonders wichtig sind die Mischkultur und deren Fruchtfolge. Bis zu 12 verschiedene Obst- und andere Pflanzenkulturen werden zwischen den Kaffeesträuchern angelegt. Dies verhindert Monokultur und eine zu einseitige Belastung der Erde. Avocados, Orangen, Bananen, Kakao, Clementinen, Limonen, Maracuja, Ananas, Zuckerrohr, Mais und Limettengras können so von den Kaffeebauern und deren Familien auch für den persönlichen Bedarf auf natürliche Weise bereitgestellt werden.
Ein weiterer wesentlicher Punkt im ökologischen Anbau ist die Kompostierung auf der Finca. Der Bewirtschaftungsorganismus ist ganzheitlich ausgelegt, es gibt keine Abfälle, die nicht wiederverwertet werden. Von der Pulpe bei der Kaffeeproduktion bis zum Unkraut auf dem Feld, Zuckerrohr-Schalen, Bananenblätter, Schweinemist, alles wird schichtweise kompostiert und nach einigen Monaten dem Boden als Humus wieder zurückgegeben.
Unterschied konventioneller Anbau – ökologischer Anbau:
Biologischer Anbau bedeutet Verbot jeglicher chemischer Dünge- und Spritzmittel, natürlich ist auch keine gentechnische Manipulation erlaubt.
Ökologischer Anbau ist eine wesentliche Weiterentwicklung auf den Grundlagen der zertifizierten biologischen Landwirtschaft. Sämtliche ökologischen Ressourcen des Landwirtschaftsbetriebes werden in einem geschlossenen Kreislauf dynamisch integriert und berücksichtigt. Nur Ressourcen, die in der Umgebung unmittelbar vorkommen, werden benutzt. Die Menschen, Pflanzen und Tiere sind wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden, langfristigen Ökosystems.
Zukunftsperspektive:
Ökologisch angebauter Kaffee sichert den Kaffeebauern einen langfristig menschenwürdigen Lebensstandard, da HEISSENBERGER den Kaffeebauern für ökologisch zertifizierten Kaffee wesentlich höherer Preise zu Fair Trade Konditionen im Ursprung bezahlt. Ökologisch angebauter Rohkaffee wird heute beispielsweise in Ecuador wesentlich hochwertiger eingestuft als konventionell angebauter Kaffee.
Biokaffee ist der Premiumkaffee der Zukunft.
Selbstverständlich ist Biokaffee nicht Biokaffee und damit immer nur sehr gut im Geschmack und Qualität. Auch bei Biokaffees gibt es enorme Qualitätsunterschiede.
HEISSENBERGER sucht in den Anbaugebieten der Welt den jeweils besten Biokaffee für seine Kunden.
HEISSENBERGER ist bio-zertifiziert mit der Kontrollnummer:

Nicht nur in Österreich wird die Kaffeerösterei Heissenberger von staatlich autorisierten Kontrollstellen kontrolliert. Auch im Ursprung garantieren internationale, von der EU autorisierte und überprüfte Kontrollstellen, dass die Kaffeebauern ausschließlich nach biologisch kontrollierten Vorgaben und Richtlinien arbeiten.
Karl Heissenberger persönlich steht im ständigen, direkten Kontakt mit den Kontrollstellen im Ursprung.
Index eines Inspektionsprotokolls 
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Konventioneller Anbau
Bedingt durch die Abhängigkeit von der Rohstoffbörse in New York sind die Produzenten von konventionell angebautem Kaffee den Kursschwankungen und damit der Preisvolatilität extrem ausgeliefert. Die Plantagen müssen aus wirtschaftlichen Gründen möglichst effizient und kostengünstig geführt werden. Quantität hat meistens Vorrang vor Qualität. Um die Produktivität möglichst hoch zu halten, werden auf den Plantagen eventuelle Ernteausfälle durch Schädlinge und Krankheiten der Kaffeesträucher mit Hilfe von chemischen Mitteln kontrolliert und bekämpft. Meistens können sich nur wirtschaftlich unabhängige, sehr potente Farmer den Einsatz von kontrollierter Chemie leisten. Selbstverständlich dürfen dabei immer nur von der EU freigegebene und innerhalb der EU-Höchstmengenverordnung limitierte Hilfsmittel zur Anwendung gelangen.
Bei konventionellem Kaffee wird teilweise bereits maschinell gepflückt. Die händische Pflückung beschränkt sich in bestimmten Anbaugebieten auf eine einmalige Pflückung. Die Selektion der Kaffeekirschen erfolgt durch Laser-Sieb-Geräte auf den Plantagen.
Bei konventionellem Anbau werden die Kaffeesträucher maximal in Abständen von 1 bis 1,5 Metern angebaut. Großteils fehlen die schützenden Schattenbäume. In erster Linie werden die großen Kaffeeplantagen durchwegs in ebenen, nur leichten Hanglagen angelegt.

