News
HEISSENBERGER Entwicklungsprojekt in Ecuador
Die globale Weltwirtschaft entwickelt sich immer rascher und dynamischer. Von dieser Entwicklung profitieren die Kaffeebauern in den Anbaugebieten noch viel zu wenig. Einzig die Lebenshaltungskosten für sie und ihre Familien in Südamerika, Afrika und Asien steigen enorm, die Rohkaffeepreise in New York schlagen ihre Wellen und nur wenig davon bleibt den Bauern selbst. Trotz international großer Nachfrage nach hochwertigem Kaffee profitieren die Produzenten kaum, denn die Konsumenten in den Industrieländern raufen sich nach wie vor (großteils) um das günstigste Kaffeeangebot im Supermarkt.
Wir von HEISSENBERGER starteten gemeinsame, partnerschaftliche und nachhaltige Entwicklungsprojekte in Südamerika und bezahlen den Kaffeebauern zu fairen Konditionen den Rohkaffee. Langfristig ausgelegte Abnahmeverträge und persönliche Kontrolle vor Ort zur Umsetzung unserer Vereinbarungen und Projekte sollen den Kaffeebauern garantieren, in Zukunft einen soliden und humanen Lebensstandard zu erreichen und zu erhalten.
Qualität kostet, auch guter – sehr guter Kaffee und Tee – hat seinen Preis.
Ihr
Karl Heissenberger

Public Privat Partnership
(Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Organisationen und privaten Partnern zur Förderung nachhaltiger Entwicklungsprojekte)
"Es ist mir persönlich wichtig, dass wir nicht nur den besten Biokaffee der Welt suchen und kaufen können, es ist genauso wichtig, dass die Kaffeebauern, die diese feinsten Biokaffees der Welt produzieren, in Form von langfristig nachhaltigen Hilfsprojekten unterstützt werden um ihnen und ihren Familien in Zukunft einen lebenswerten Standard zu ermöglichen."
(Karl Heissenberger; Geschäftsführer von HEISSENBERGER TEA & COFFEE; H & H Tee und Kaffee Import GmbH & CO KG)
Die Kaffeerösterei HEISSENBERGER importiert und röstet exclusiv für die erfolgreichste Biomarke Österreichs, Ja! Natürlich (Rewe Group Austria), einen der feinsten und besten Biokaffees der Welt. Die vielen ungelösten wirtschaftlichen und menschlichen Probleme der Kaffeebauern in Ecuador waren von Beginn dieser Partnerschaft an eine Herausforderung. Bereits mit der ersten Produktion im Jahre 2004 wurde gleichzeitig ein erstes, partnerschaftliches Hilfsprojekt von Ja! Natürlich und HEISSENBERGER in Ecuador rasch und unkonventionell gestartet.
Im Zuge seiner regelmäßigen Besuche in Ecuador und vielen persönlichen Kontakten zu den Kaffeebauern und insbesondere deren Familien entschloss sich Karl Heissenberger direkt und ebenso unkonventionell, das erste Hilfsprojekt auf professioneller Ebene auszubauen.
Folgende Partner haben sich am HEISSENBERGER – Ja! Natürlich PPP in Form eines Pools beteiligt:
- ADA (Austrian Development Agency – Republik Österreich);
- GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, Republik Deutschland);
- Horizont 3000;
- Sei So Frei (Männervereinigung Sei So Frei Wien – Bruder und Schwester in Not) und
- Corpei (Staatliche Kaffeeexportförderungsorganisation von Ecuador).

Pressekonferenz PPP-Projekt, Kohlmarkt 11; v.l.n.r.: Josef Gargela, Diözesanobmann KMB Sei So Frei; Sekretärin der Botschaft von Ecuador; Byron Morejon-Almeida, Botschafter von Ecuador; Karl Heissenberger; Mag. Martina Hörmer, Geschäftsführerin Ja! Natürlich - REWE Group Austria
Ausgangslage:
Verarmung der Landbevölkerung und gesundheitliche Probleme:
Mehr als 41% der Gesamtbevölkerung Ecuadors lebt vom landwirtschaftlichen Einkommen. In der Region Südecuador, wo HEISSENBERGER seinen Rohkaffee bezieht, beziehen 60% der Bevölkerung ihr Einkommen aus der Landwirtschaft, wobei die Armutsrate (nach UNO) bei 84,7% liegt, was mehr als doppelt viel ist, wie im landesüblichen Durchschnitt Ecuadors. Der Anteil an extremer Armut ist in dieser Region mit 46,9% wieder doppelt so hoch wie sonst in Ecuador. In den bedeutendsten Anbaugebieten Südecuadors – Distrikt Palanda – beträgt das Jahreseinkommen einer 8köpfigen Familie im Durchschnitt 1.800 USD! Die chronische Unterernährungsrate liegt bei 60%. (Studie GTZ Quito)
Diese nackten Zahlen unterstreichen insgesamt die untragbare Situation der Kaffeebauern und deren Familien in diesem Gebiet.
Anbau:
Biokaffee als Premiumkaffee – Vorrang gegenüber konventionellem Anbau!
Nach einem wirtschaftlichem Desaster vor 8 Jahren im konventionellen Kaffeeanbau wird Biokaffee erfolgreich eingeführt. Die Umstellung erfolgt laufend, Pläne für die Zukunft existieren. Von der Ernte bis zur weiteren Aufbereitung des Rohkaffees – alles ist mühsame Handarbeit, mit teilweise primitivsten Geräten und improvisierten Voraussetzungen. Energie gibt es nur zeitweise, eine entsprechende Infrastruktur fehlt.
Ökologische Landwirtschaft:
Nicht nur Kaffee aus kontrolliert biologischem Anbau ist von Bedeutung, sondern die ganzheitliche Umstellung und der Ausbau der kleinen Fincas.
Kooperativen – gemeinsame und gegenseitige Hilfe:
Die flächenmäßig klein strukturierten Kaffeebauern (2 bis 4 ha Kaffeeanbaufläche) haben sich zu einfach organisierten Kooperativen zusammengeschlossen - zur Förderung von Know-How und Aufbereitung von Rohkaffee unter gleichzeitigem Aufbau genossenschaftlich organisierter sozialer Projekte und Absicherungen, in Form von "Privatfonds" für die Altersvorsorge und Krankheit der Bauern und deren Familien.
Faire Preise für die Produzenten:
Durch den Umbruch von konventionellem Kaffeeanbau auf Bio konnten die Bauern erstmals einigermaßen faire Preise erzielen. HEISSENBERGER kauft zu Fair Trade Konditionen im Ursprung.

Basis und Hauptprobleme:
- teilweise kein Trinkwasser;
- massive prekäre Krankheiten, insbesondere bei Kindern bis 12 Jahren (Parasitosis, Magenkrebs, Vitaminmangel, Unterernährung, Asthma);
- keine ärztlichen Versorgungen - privat zu teuer und keine Infrastruktur durch die Regierung;
- mangelnde Hygiene
- einseitige Ernährung.
PPP Steuerung – Produzenten – Familien
- Lean Management in Österreich und im Ursprung;
- Produzenten und deren Familien profitieren direkt unkonventionell vom PPP (keine Gießkannensysteme);
- Die Projektsteuerung und Kontrolle des PPPs erfolgt direkt von Österreich aus, direkte Einflussnahme aller Partner auf optimalste Zielerreichung.
Aktueller Stand von zusätzlichen Partnern in Ecuador:
- Medizinische Universität Loja – zuständig für Gesundheit und Hygiene;
- BOKU Universität Loja – zuständig für wissenschaftliche Begleitung zum Punkt Rohkaffeequalität, Anbau, Qualitätssicherung & biologische Weiterentwicklung.

3-Säulen-Projekt bei der operativen Umsetzung des PPPs:
1. Trinkwasser
Es werden Pilotanlagen für hygienisch sauberes Trinkwasser (sog. Regen - Quellwasser - Aufbereitung) errichtet.
2. Gesundheit & Hygiene
Hierzu zählen Ausbildung, Schulung, Monitoring und der Einsatz von Promotoren sowie die Anschaffung von Medikamenten.
3. Rohkaffeequalität
Das Ziel ist die Steigerung der Produktion und Qualität des Rohkaffees durch Implantierung zusätzlicher Qualitätsparameter von uns, sowie die Errichtung von neuen Musterfincas als Pilotanlagen nach den qualitativen Vorgaben von HEISSENBERGER und die professionelle Ausrichtung der Produzenten auf den Käufermarkt in Österreich und Europa.
Beteiligungen in Ecuador durch Regierung und Verwaltung - Eigendynamik
Auch die Landesregierungen in den betroffenen Distrikten haben unserem PPP 2007 finanzielle Unterstützungen in puncto Gesundheit und Infrastruktur zusätzlich zugesagt. Wir stehen in direktem Kontakt mit der örtlichen Municipio. Die Behörde wird (langsam) aktiv und schließt sich diesem privaten PPP an. Es entwickelt sich die unbedingt notwendige Dynamik, um sich den sichtbaren und bekannten Problemen dieser Region auch von lokalpolitischer Seite her zu stellen.
Geschwindigkeit und Umsetzung zählen:
Innerhalb der Projektorganisation legen wir mit allen Partnern größten Wert darauf, dass die betroffenen Familien und Bauern direkt in die Umsetzung und Ziele der Entwicklungsprojekte eingebunden sind. Die Lenkung und Kontrolle der finanziellen Mittel erfolgt ebenfalls direkt von unserem Büro in Österreich aus und gewährleistet somit einen möglichst effizienten Einsatz aller notwendigen Recourccen.
Ständige Kontrolle vor Ort:
Durch regelmäßige Besuche und Kontrollen in den betroffenen Gebieten halten wir direkt ständigen Kontakt mit den Kaffeebauern und den mit dem Projekt beschäftigten Promotoren.
Kinderarbeit ist verboten:
Selbstverständlich ist Kinderarbeit bei sämtlichen Kooperativen verboten! Die Einhaltung dieses wesentlichen Punktes wird regelmäßig vor Ort durch HEISSENBERGER kontrolliert.
Weitere neue PPP-Projekte in Lateinamerika sind notwendig und in Planung.
Das HEISSENBERGER-Projekt "Kaffeeproduktion, orientiert an den Kriterien der Nachhaltigkeit" wurde für den Umweltpreis "Daphne - Spirit of Environment des Jahres 2008" nominiert und im Beisein von Umweltminister Josef Pröll als "Daphne - Excellent Project" ausgezeichnet.
Daphne - Urkunde 
Bild von der Preisverleihung 







